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Frauenpower im Baugewerbe: Laura Lammel

Mit unserer Imagekampagne „Frauenpower im Baugewerbe“ machen wir auf die Vielfalt und die Chancen der Bauberufe gerade für junge Frauen aufmerksam. In 6 Monaten haben wir 18 Frauen porträtiert, die in einem unserer 3.100 Bau- und Ausbaubetriebe tätig sind. Zum Abschluss der Kampagne führen wir ein Interview mit unserer Vizepräsidentin, der Unternehmerin Laura Lammel.

Kurzinterview mit Geschäftsführerin Dipl.-Ing. Laura Lammel

Laura Lammel leitet das mittelständische Bauunternehmen Lammel Bau in München. Sie ist außerdem Vizepräsidentin unseres Verbandes, Obermeisterin der größten Bauinnung Deutschlands, der Bauinnung München-Ebersberg und Vorstandsmitglied im Zentralverband des Deutschen Baugewerbes, wo Sie sich insbesondere für den Themenbereich Digitalisierung im Bauwesen einsetzt.

Frau Lammel, die Baubranche ist heute schon weiblicher, als manche denken – darauf machen wir in unserer Frauenpower-Kampagne aufmerksam. Warum ist aus Ihrer Sicht das Baugewerbe ein chancenreiches Arbeitsumfeld für junge Frauen?

Die Bauwirtschaft eröffnet jungen Frauen äußerst vielfältige Möglichkeiten. Zum einen gibt es die unterschiedlichsten Berufsfelder in unserer Branche, wie etwa Wasserbau, Geotechnologie, Vermessung, Hochbau oder Innenausbau. Zum anderen sind unsere Bauberufe von verschiedensten Tätigkeiten geprägt – vom technischen Knowhow, das man beispielsweise für ein Aufmaß benötigt, bis zum kreativen Gespür für die Raumgestaltung im Fliesenlegerhandwerk. Und nicht zuletzt ist die Baubranche Spitzenreiter, was die Ausbildungsvergütung betrifft! Unsere Branche ist krisenfest und bietet tolle Aufstiegschancen! 

Jedoch ist noch Luft nach oben, was den Anteil weiblicher Auszubildenden im Baugewerbe betrifft. Wie könnte sich das in Zukunft noch ändern? 

Der Wandel in der Gesellschaft kann viel dazu beitragen, dass eine Ausbildung im Baubereich für junge Frauen noch attraktiver wird. Gerade die Erziehung, die heutzutage eben oft nicht mehr durch stereotype Rollenbilder geprägt ist, macht Hoffnung, dass sich die nächste Generation für den Beruf entscheidet, der den Jugendlichen wirklich liegt – anstatt darauf zu achten, ob dieser Beruf traditionell weiblich oder männlich besetzt ist. Wenn dann in der Schulbildung noch die Förderung junger Frauen in den technischen Fachgebieten (MINT-Fächer) ausgebaut wird, sind wir auf einem guten Weg.

Wie hoch ist der Anteil weiblicher Mitarbeiter in Ihrem eigenen Bauunternehmen? Und wie schlägt sich das in Ihrer Firmenphilosophie nieder? 

In unserem Büro arbeiten ausschließlich Frauen, wir haben eine Bauleiterin auf unseren Baustellen und einen hohen Anteil an Praktikantinnen. 

Als Frau an der Spitze meines Unternehmens liegt mir immer viel an einem guten Arbeitsklima. Hier finde ich es einerseits wichtig, viele Gespräche zu führen. Mit mir können meine Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen über alles reden. Andererseits ist es notwendig, klare Regeln aufzustellen und auch dafür sorgen, dass diese eingehalten werden, damit gutes Teamwork gelingen kann!

Wie sah ihr persönlicher Weg in die Baubranche aus?

Ich bin in einem Familienunternehmen aufgewachsen. Die Liebe zum Bau war also schon die Grundlage, auf der ich aufbauen konnte. In meinem Werdegang musste ich dann beharrlich sein, an mein Ziel, das Unternehmen weiterzuführen, glauben und schon früh Verantwortung tragen. Auch habe ich gelernt, Veränderungen anzunehmen, über den Tellerrand zu schauen und mich weiterzuentwickeln. Auf diesem Weg hatte ich großartige Mentoren, die mir Türen öffneten und mich darin unterstützten, ein starker Charakter zu werden.

Was würden Sie jungen Frauen raten, die sich eine Karriere in der Baubranche vorstellen können?

Ich würde ihnen raten, zunächst möglichst viele Informationen über unsere vielfältigen Fachrichtungen zu sammeln: In welchem beruflichen Umfeld sehen Sie sich – in der Innenraumgestaltung oder draußen an der frischen Luft, im kreativen oder technischen Bereich, im Tiefbau oder Hochbau? Im nächsten Schritt kann es hilfreich sein, sich Mentoren oder Vorbilder zu suchen, die diesen Berufswunsch fördern und unterstützen. Außerdem ganz wichtig: Sich einlassen auf diese Herausforderung und neugierig bleiben.

Unternehmerin Laura Lammel im Interview. Foto: privat